Die Taufe

Die Taufe

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

 

Die Taufe ist der Beginn des Lebens als Christ. Das Wort Taufe kommt vom griechischen Wort βαπτίζειν = baptízein und bedeutet „ein-“ oder „untertauchen“. Das Wort Christ kommt vom griechischen Wort Χριστός Christos und heißt ‚der Gesalbte‘.

Nach dem Übergießen des Täuflings mit Wasser, wird er mit dem Chrisam-Öl gesalbt, welches das Zeichen des Kommens des hl. Geistes ist. Propheten, Priester und Könige wurden im alten Bund mit Öl gesalbt, um den Geist Gottes zu erhalten. Der hl. Geist sollte ihnen helfen ihr Amt richtig und mit Autorität auszuüben.

  • Dem Propheten sollte der Heilige Geist helfen, dass er Sehnsucht nach dem Gebet, nach der Freundschaft zu Gott hat, damit er immer wieder auf Gott hört und die Botschaften und Aufträge welche er von Gott eingegeben bekommt auch erfüllt und an die bestimmten Personen weitergibt.

 

  • Dem Priester, dass er rein vor Gott und den Menschen als Mittler und Bittender steht. Er soll die Schuld, die Sünde, das Böse von uns Menschen Gott im Gebet und im Opfer übergeben und dafür den Geist der Vergebung und der Heilung für die Menschen empfangen.

 

  • Dem König, dass er sein Leben vorbildlich lebt, Menschen zu führen weiß und Gut und Böse unterscheiden kann. Wenn er sich selbst leiten kann, kann er auch andere Menschen führen. Damit er weiß, dass alles Wollen und Gelingen von Gott gegeben wird.

 

 

Die Taufe beinhaltete ganz stark die Symbolik des abgewaschen Werdens, des Frei Werdens. Frei werden vom Negativen, vom Bösen, vom Schädigenden.

Am Anfang war die „Immersionstaufe“ üblich, wo der Täufling im Wasser untergetaucht wurde. Später entwickelte sich die „Infusionstaufe“; dabei wird der Täufling mit Wasser übergossen.

Der berühmteste Vertreter der Taufe ist Johannes der Täufer. Johannes vertrat die Taufe der Umkehr. Er predigte den Juden die Anweisungen Gottes, aus den fünf Büchern Mose und den Propheten. Dadurch – auf ihre Schuld aufmerksam geworden – sprachen sie vor Johannes und vor Gott ihre Schuld aus. Und dann baten die Menschen um einen Neuanfang. Die Taufe sollte sie befreien vom Bösen, von dem was sie gemacht haben. Das Bekenntnis beinhaltete auch die Entscheidung wieder gut sein zu wollen, Gott wieder ernst nehmen zu wollen und auf ihn wieder mehr hören zu wollen.

 

 

 

 

Durch den Auftrag Jesu kam zu der Taufe hinzu, dass es nicht mehr nur ein Gebet und eine Entscheidung ist, welches damals für die Menschen gesprochen wurde, sondern Jesus nimmt bei jeder Taufe die Kraft der Sünde hinweg.

Gott beginnt durch die Taufe die Beziehung zu ihm zu reparieren.

Die Taufe hebt die Erbsünde auf. Glaube, Hoffnung und Liebe werden uns in der Taufe eingegossen.

Der Glaube, dass Gott es gut mit uns meint. Die Hoffnung, dass Gott in jeder schwierigen Situation einen Ausweg für uns hat und die Liebe, dass wir jeder Zeit bitten dürfen und Gott uns beschenken möchte.

Allerdings gibt es zwei Bedingungen, damit die Taufe wirksam wird:

  1. Wir müssen uns Glaubenswissen anlernen.
  2. Wir müssen die Beziehung zu Gott immer wieder pflegen.

Die Taufe ist ein Sakrament und wirkt somit ex opere operato!  „durch die vollzogene Handlung“, „das, was durch das Tun an sich geschieht“ heißt: Etwas wirkt unabhängig von der Einstellung dessen, der es tut, und unabhängig von der Einstellung dessen, an dem und für den es getan wird.

Liebe Freunde, Taufe ist die Ausstattung um ein Freund Gottes zu werden!

 

P. Aloisius Pernegger